Kürzlich hat die Friedrich-Ebert-Stiftung eine interessante Studie zur Frage “Was ist dran an der These vom Ende der Sozialdemokratie” veröffentlicht. Untersucht wurden die Wahlergebnisse und Wählerprofile sozialdemokratischer Parteien in Europa in den letzten 20 Jahren. Das zusammengefasste Ergebnis, das hier wiedergegeben wird, ist ermutigend, aber auch kein Anlass zur Entwarnung:
“Diese Studie ergründet aus empirischer Sicht, was von den jüngsten Abgesängen auf die Sozialdemokratie zu halten ist. Bernhard Weßels analysiert die elektorale Performanz und das Wählerprofil sozialdemokratischer Parteien in zwölf europäischen Ländern
für den Zeitraum 1990 bis 2009.
Das Ergebnis ist – jedenfalls für Anhänger des Krisenszenarios – überraschend. Von einem Ende der Sozialdemokratie kann keine Rede sein. Auch eine strukturelle Krise ist nicht erkennbar, da sich die sozialdemokratischen Parteien ihren Charakter als Volksparteien und ihren Identitätskern bewahren konnten. Die Tatsache, dass gerade in Westeuropa sozialdemokratische Regierungen abgewählt worden sind, ist mit normalen zyklischen Entwicklungen zu erklären.
Als Entwarnung sollte die Studie dennoch nicht (miss-)verstanden werden: Denn Wahlen werden nicht von alleine gewonnen: Die Sozialdemokratie in Europa steht in vielen Ländern vor der Aufgabe, ihr Profil wieder zu schärfen, um als echte Alternative
zu den derzeitigen Regierungsparteien erkennbar zu sein. Außerdem weist die Studie auf eine problematische Wählerstruktur sozialdemokratischer Parteien hin: Keine andere Parteienfamilie ist vergleichbar schlecht bei den jüngeren Wählern aufgestellt.”
Die gesamte Studie kann hier heruntergeladen werden.














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